| Zur Wirksamkeit des OSZE-Minderheitenregimes |
Vergleichende Fallstudien zur Umsetzung der Empfehlungen
des Hohen Kommissars für nationale Minderheiten (HKNM)
der OSZE
Kontakt: Dr.
Wolfgang Zellner
Dieses von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte
Projekt wurde 1999 begonnen und im Juli 2002 mit der Vorlage
des Abschlussberichts beendet. Die Fallstudien des Projekts
betreffen Estland, Lettland und die Ukraine für Russisch
sprechende Minderheiten, Rumänien für eine ungarische
und Mazedonien für eine albanische Minderheit. Die
Forschung konzentrierte sich auf zwei scheinbar einfache
Fragestellungen: Wie wirksam war der HKNM bezüglich
der Umsetzung seiner Empfehlungen an die Regierung der Länder,
in denen er tätig war? Und zweitens, wo liegen die
Gründe für die offensichtlich unterschiedliche
Erfolgsrate des Hohen Kommissars in den verschiedenen Ländern?
Die erste Frage wird in den Länderstudien
beantwortet, die von den lokalen Mitarbeitern in den untersuchten
Ländern verfasst wurden. Die Analyse der Wirksamkeit
des HKNM erfordert erstens den Nachweis von Entsprechungen
zwischen seinen Empfehlungen und dem Handeln des jeweiligen
Staates. Falls solche Entsprechungen bestehen, stellt sich
zweitens die Frage, ob das staatliche Handeln tatsächlich
durch den Hohen Kommissar oder durch andere interne oder
externe Akteure beeinflusst wurde. Beide Schritte erfordern
über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg einen
detaillierten Vergleich zwischen den Empfehlungen des HKNM
und dem politischen Prozess in den untersuchten Ländern,
der sich auf die Motive der Akteure auf staatlichem und
substaatlichem Niveau konzentriert. Die Länderstudien
zur Ukraine, zu Estland und Rumänien wurden 2002 veröffentlicht,
diejenigen zu Lettland und Mazedonien sollen 2003 folgen
(s.u.).
Die Hamburger CORE-Mitarbeiter bearbeiteten
den zweiten Themenkreis, der sich auf das relative Gewicht
einer Reihe innenpolitischer, inter- und transnationaler
Faktoren konzentriert, die Erfolg oder Scheitern des Hohen
Kommissars erklären sollen. Für diese vergleichende
Analyse wurden drei (Gruppen von) erklärenden Variablen
untersucht: (a) die Chancen auf Westintegration eines bestimmten
Landes, (b) die Merkmale der Konfliktkonstellation und des
Typs und des Niveaus der Eskalation und (c) die relative
Stärke gemäßigter Akteure und die Zahl und
der innere Zusammenhalt der beteiligten Fraktionen. Die
Erfahrung aus dem Projekt zeigt, dass die unterschiedliche
Wirksamkeit des HKNM in den verschiedenen Ländern mit
Hilfe dieser drei Gruppen von prozessbezogenen Variablen
gut erklärt werden kann.
2004 soll eine Monographie veröffentlicht
werden, die neben den Länderstudien und einem methodologischen
Kapitel die Ergebnisse der vergleichenden Untersuchung enthält.
Dieser Band wird auch Empfehlungen zur Steigerung der Wirksamkeit
der Institution des Hohen Kommissars enthalten.

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