| Power-sharing-Modelle für fragmentierte
Gesellschaften |
Der Einfluss des Rahmenabkommens
von Ohrid auf die Konfliktstruktur und das politische System
der Republik Makedonien (Juni 2005 - Mai 2009)
Kontakt: Merle
Vetterlein, Dipl.Pol
Der friedliche Transformationsprozess des jugoslawischen
Nachfolgestaates Makedonien wurde 2001 durch einen scheinbar
unerwarteten interethnischen Konflikt herausgefordert, der
das Land an den Rand eines Bürgerkrieges gebracht hat.
Der bewaffnete Konflikt zwischen albanischen Aktivisten
und makedonischen Sicherheitskräften wurde mit der
Hilfe von internationalen Kräften durch das Rahmenabkommen
von Ohrid vom August 2001 beendet. Dieses Forschungsprojekt
ergründet, ob das Friedensabkommen mit seinen klassischen
power-sharing-Elementen dazu geeignet ist, die Zukunft der
makedonischen Demokratie zu sichern und die interethnischen
Spannungen zu beenden. Nach der fast vollständigen
Implementierung des Rahmenabkommens von Ohrid ist es fraglich,
ob es eine tragfähige Strategie zur langfristigen Konfliktregulierung
in Makedonien bereithält.
Das Dissertationsprojekt analysiert den
Power-sharing-Ansatz des Abkommens und seine Auswirkungen
auf die makedonischen Gesellschaft und den makedonischen
Staat. Ausgehend von theoretischen Ansätzen des power-sharings
für fragmentierte Gesellschaften, insbesondere von
Arend Lijphart’s consociational democracy, wird analysiert,
inwieweit das Ohrider-power-sharing-Modell der makedonischen
Konfliktstruktur gerecht wird. Dabei wird davon ausgegangen,
dass die Komplexität der Konfliktstruktur als ganzes
berücksichtigt werden muss, um eine nachhaltige Lösung
für die Republik Makedonien zu finden. Dafür ist
es erforderlich, die einzelnen Konfliktlinien herauszuarbeiten
und sich ihrer Interdependenz bewusst zu werden. Die zentrale
Fragestellung lautet, ob das Friedensabkommen mit seinen
klassischen power-sharing-Elementen geeignet ist, die Zukunft
der makedonischen Demokratie zu sichern und die interethnischen
Spannungen zu beenden.
Das Dissertationsprojekt wurde von 2005
bis 2007 von der Deutschen Stiftung Friedensforschung und
seit 2007 vom IFSH gefördert.

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