Zehn Jahre Zentrum für OSZE-Forschung (CORE) |
 
CORE Mitarbeiter/-innen (v.l.n.r.)
Wolfgang Zellner, Frank Evers,
Elena Kropatcheva, Diana Digol, Anna Kreikemeyer (Foto JR)
Vor zehn Jahren wurde CORE im Beisein von viel Prominenz gegründet – Bundespräsident Johannes Rau nahm an der Gründungsfeier ebenso teil wie der Erste Bürgermeister von Hamburg, Ortwin Runde, OSZE-Generalsekretär Jan Kubis und mehr als ein halbes Dutzend OSZE-Botschafter. Damals war das Zentrum für OSZE-Forschung (CORE) noch mehr ein Hoffnungswert, als dass es bereits auf große Leistungen hätte zurückblicken können. Gewiss, das OSZE-Jahrbuch war bereits seit fünf Jahren erschienen und auch das erste Forschungsprojekt über den Hohen Kommissar für nationale Minderheiten (HKNM) der OSZE hatten wir in Angriff genommen, aber fast alles andere war noch in Planung oder im Aufbau.

Das CORE OSZE-Jahrbuch-Team
Graeme Currie und Ursel Schlichting (Foto JR)
Zehn Forschungsprojekte, rund 25 Policy Papers und 10 Jahrgänge „OSZE-Jahrbuch“ weiter sieht das Bild schon anders aus: CORE ist weltweit das einzige Forschungsinstitut, das die Aktivitäten der OSZE kontinuierlich bearbeitet, ein erheblicher Teil der Literatur über die OSZE wird im Kontext von CORE generiert. Wichtige Aktivitätsfelder der OSZE – ihre Feldmissionen, der HKNM, ihre Polizeiaktivitäten und ihre Demokratisierungsarbeit in Zentralasien – waren Gegenstand von CORE-Forschungsprojekten. In Tadschikistan und später auf regionaler Ebene in Zentralasien wurden seit 2001 Dialogprojekte zwischen säkularen Kräften und gemäßigten Islamisten durchgeführt. An der Gründung der OSCE Academy in Bishkek war CORE maßgeblich beteiligt, derzeit unterstützt das Zentrum den Aufbau des OSCE Border Management Staff College in Duschanbe. Verschiedene Teilnehmerstaaten haben Positionspapiere zu OSZE-Fragen bei uns in Auftrag gegeben. Zu einem besonderen Markenzeichen sind die Trainingskurse für künftige OSZE-Vorsitzländer geworden, die CORE 2007 und 2008 für kasachische und 2009 für eine gemischte Gruppe kasachischer und litauischer Diplomatinnen und Diplomaten durchgeführt hat. Dazu kam die aktive Beteiligung an den Diskussionen der OSZE: Ob Korfu-Prozess, Forum für Sicherheitskooperation oder Annual Security Review Conference – CORE ist häufig in Wien mit dabei.
Das alles war nur möglich, weil wir mit vielen maßgeblichen Institutionen und viele Institutionen mit uns zusammenarbeiten. An erster Stelle ist das Auswärtige Amt zu nennen, das CORE seit 1999 unterstützt. Ohne die vielfältigen Diskussionen mit dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch der nationalen Delegationen in Wien, des OSZE-Sekretariats und der OSZE-Institutionen und –Feldoperationen wäre unsere Arbeit so nicht möglich. Dasselbe gibt für unsere vielfältigen Kontakte zu Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in einer Reihe von Ländern.

CORE Doktoranden, Sebastian Schiek, Lena Kulipanowa
Ulrich Kühn (Photo JR)
Und die nächsten zehn Jahre? Sie bieten Arbeit für zwanzig. Da ist zunächst der neue europäische Sicherheitsdialog, der mit Präsident Medwedjews Vorschlägen begann und noch Jahre dauern wird. Das bedeutet auch, sich mit einer Reihe von Einzelfeldern vertieft zu beschäftigen. Dazu gehören Rüstungskontrolle, Krisenbearbeitung, Energiefragen und die institutionelle Verzahnung Europas. Weiter wollen wir unsere Regionalexpertise vertiefen, vor allem im Hinblick auf Russland und die anderen osteuropäischen Staaten, den Südkaukasus und Zentralasien. Und schließlich wollen wir all das weiterführen, was wir die vergangenen zehn Jahre getan haben: OSZE-Jahrbücher herausgeben, die laufende Entwicklung der Organisation verfolgen, die OSZE sowie Regierungen und Institutionen beraten und mit unseren Trainingsangeboten praktische Kompetenzen in europäischer Sicherheitsbildung weiter aufbauen helfen.
Kontakt: Dr. Wolfgang Zellner
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