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Central Asia 2011. Internationale Konferenz in Bischkek, Kirgisistan

 

Konferenzteilnehmer 2011

Die OSZE-Akademie in Bischkek, Kirgisistan, wurde in ihrer Gründungsphase vor nunmehr zehn Jahren von CORE beratend unterstützt und hat sich seither zu einer in der Region Zentralasien und darüber hinaus geschätzten Ausbildungs- und Forschungseinrichtung entwickelt. Seit 2008 führt die Akademie gemeinsam mit dem Geneva Centre for Security Policy (GCSP), dem Norwegian Institute for International Affairs (NUPI), dem Near East South Asia Centre for Strategic Studies (NESA) in Washington und dem George C. Marshall European Center for Security Studies in Garmisch-Partenkirchen jährlich eine internationale Konferenz zu aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen in Zentralasien durch. Bereits zum zweiten Mal wurde Anna Kreikemeyer eingeladen, sich an der Konferenz zu beteiligen. In diesem Jahr leitete sie ein Panel zur Rolle der OSZE in Zentralasien.

In diesem Jahr wurden zunächst schwerpunktmäßig die lokalen und internationalen Folgen der Pogrome in Südkirgisistan (2010), die menschliche Sicherheit in Tadschikistan sowie die Lage in Afghanistan im Lichte des bevorstehenden Truppenrückzugs behandelt. Im Vorfeld der ersten Präsidentschaftswahlen nach der Übergangsregierung unter Präsidentin Rosa Otunbaeva Ende Oktober 2011 werden starke Gefährdungen im Zusammenhang mit der Nord-Süd-Spaltung Kirgisistans sowie damit eng verknüpfte ethno-politische Spannungen zwischen Kirgisen und Usbeken deutlich. Trotz vielfältiger Bemühungen um Mediation und Konfliktverhütung durch lokale NGOs und externe Akteure wie EU und OSZE mangelt es an verlässlichen Sicherheitsstrukturen.

Der Trend hin zum Sicherheitsvakuum Zentralasien wurde auch in den anderen Panels zur Rolle der Region in den internationalen Beziehungen sichtbar. Die zentralasiatischen Staaten schließen sich zwar internationalen Sicherheitsorganisationen wie der CSTO, der SCO und der OSZE an, machen sich dort jedoch stark von Großmächten abhängig. Umgekehrt fragen sowohl die Führungen Russlands als auch der USA stärker denn je, ob sich ein sicherheitspolitisches Engagement in Zentralasien noch lohnt und ob man es sich angesichts von Finanzkrise und Einsparungsdruck leisten kann. Der aufstrebende Nachbar China und die Regionalmacht Indien sind zwar bereit, ökonomisch stärker mit den zentralasiatischen Staaten und auch Afghanistan zu kooperieren, in den Bereichen Konfliktprävention und militärische Sicherheit sind sie jedoch nicht aktiv. Die EU und die OSZE betreiben vergleichsweise kleine Soft-Security-Projekte, werden vor Ort jedoch nicht als die primären Sicherheitspartner angesehen. Insgesamt wurde auf der Konferenz einmal mehr deutlich, dass die Lage insbesondere der Ferghanastaaten als krisenhaft angesehen werden muss und eine angemessene Sicherheitspolitik fehlt.


Kontakt: Dr. Anna Kreikemeyer


 



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