| Integration der Flüchtlingsdimension
in die EU-Außenpolitik |
Contact: Dr.
Wolfgang Zellner
Hintergrund und Ziele:
Mit der in den letzten zwei Jahrzehnten
größer werdenden Sorge unter der Bevölkerung
im Bezug auf die Anzahl von Asylsuchenden in der EU, haben
auch die europäischen Regierungen eine Reihe von Regelungen
eingeführt, welche die Anzahl der Asylsuchenden oder
die Kosten ihrer Aufnahme begrenzen sollen. Das offensichtliche
Scheitern dieser restriktiven innenpolitischer Maßnahmen,
hat Forderungen nach einer umfassenderen EU Strategie laut
werden lassen, sich den Ursachen gewaltsamer Vertreibung
zuzuwenden. Der Europäische Rat verlangte im Oktober
1999, die Anliegen der Generaldirektion für Justiz
und Inneres (GJI) in alle Bereiche der EU-Außenpolitik
aufzunehmen. Dies bedeutet, die Gemeinsame Außen-
und Sicherheitspolitik (GASP), die Entwicklungs- und humanitäre
Hilfe durch eine Politik, welche gewaltsame Vertreibung
verhindert oder Schutz in der Herkunftsregion bietet, auf
das Ziel der Begrenzung der Zuwanderung auszurichten. Man
könnte meinen, daß solches schon in einigen Bereichen
der EU-Außenpolitik geschieht. Die Effektivität
solcher allumfassender Ansätze und ihre Kompatibilität
mit anderen Zielen der Außenpolitik ist jedoch bei
weitem nicht klar, und zu dieser Frage wird kaum geforscht.
Dieses Projekt hat sich als Ziel gesteckt,
diese Forschungslücke zu schließen. Es wird eine
kritische Beurteilung der EU-Außenpolitik auf dem
Feld der Verhinderung und Eindämmung gewaltsamer Vertreibung
bieten, sowie auch Empfehlungen für die Entwicklung
wirkungsvollerer Strategien erstellen. Die Effektivität
der allumfassenden Politik wird anhand zweier Merkmalen
überprüft werden: Ihre Fähigkeit die Einwanderung
zu vermindern (Ziel der GJI) und ihre Übereinstimmung
mit anderen Vorsätzen der Außenpolitik ( Ziel
der GASP und humanitären Hilfe).
Das Projekt behandelte folgende Teilaspekte:
-
Gewaltsame Vertreibung, internationaler
Schutz und Asyl: Hintergrundanalyse zur gewaltsamen
Vertreibung und ihre soziale, wirtschaftliche und politische
Auswirkungen auf die EU-Empfängerstaaten.
-
EU-Außenpolitik und gewaltsame
Vertreibung: Übersicht von derzeitigen und vorgeschlagenen
außenpolitischen Praktiken in Beziehung zu der
Verhinderung und Eindämmung gewaltsamer Vertreibung.
-
Fallstudien: Kosovo, Maghreb und
der Kaukasus: Untersuchung der Wirkung der umfassenden
Ansätze der EU in drei (möglichen) Sendungsregionen.
-
Schlußfolgerungen und Empfehlungen
an die Politik: Möglichkeiten für eine weitere
Einbeziehung der Anliegen der GJI in die Außenpolitik.
Das Projekt wurde zwischen 2001 und 2003
von der Europäischen Kommission unter dem Marie-Curie
Programm für Post-doc- Stipendien finanziert.

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